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Tensions of Europe 2026 & Karten

Im Rahmen der Tensions of Europe Konferenz 2026 hat das Projektteam gemeinsam mit Kolleg*innen erfolgreich ein Panel zu “Unsustainable Infrastructures for a Sustainable Future. Coastal landscape engineering between economy and ecology in postwar Denmark, England and Germany” eingereicht. In diesem Kontext konnten erneut Zwischenergebnisse des DFG-Projekts, zum Beltringharder Koog und den dort in den 1980er Jahren entstehenden “Ausgleichszonen”, präsentiert werden.

Für das “Deichbaukonflikte”-Projekt war vor allem der Vortrag von Jules Schoonman von der Bibliothek der TU Delft sehr gewinnbringend, der die beiden Projekte allmaps.org und watertijdreis.nl vorgestellt hat. Im Anschluss an die Tagung digitalisierte und gereferenzierte das Team daher einige der gesammelten Karten und es konnte unter anderem eine erste Animation der Veränderung der Untersuchungsgebiets zwischen 1878 und 2021 anhand der amtlichen topologischen Karten erstellt werden.

Animation: TU Braunschweig.

Begehung des Untersuchungsgebiets

Im April 2026 entstanden während einer Forschungsreise in das Untersuchungsgebiet (Cecilienkoog, Sönke-Nissen-Koog, Beltringharder Koog), mit Unterbringung in einem der von Heinrich Stav in den 1920er Jahren gestalteten Höfe, knapp 200 Aufnahmen, die die Spuren der Transformation der Küstenlandschaft visuell fixieren. Die Fotos dienen dabei nicht nur zur Bebilderung der im Projekt entstehenden Texte. Vielmehr ermöglichen die Aufnahmen im Zusammenspiel mit den verschiedenen Archivalien und dem gesammelten Kartenmaterial einen ausdifferenzierteren Blick auf die Umgestaltung der Küstenlandschaft in den letzten 150 Jahren und die Auswirkungen, die diese Prozesse bis heute auf das (nicht)menschliche Leben an der Küste haben.

Bilder: Daniel Jankowski.

Jahresrückblick 2025

Im Jahr 2025 hat sich viel getan im Projekt “Deichbaukonflikte”, was sich leider auch auf die Pflege dieses Blogs ausgewirkt hat. Daher sollen an dieser Stelle, zum Ausklang des Jahres, die wichtigsten Meilensteine auch hier zusammengefasst werden.

Neben erfolgreichen Forschungsaufenthalten im Landesarchiv Schleswig und dem Kreisarchiv Nordfriesland in Husum, konnten wir die Geschichte des Deichbaus im Rahmen einer Exkursion im Mai an Studierende der TU Braunschweig weitergeben und die ersten Ergebnisse der Forschungen unter anderem auf Tagungen und bei Vorträgen in Antwerpen, Uppsala, Oldenburg und Freiburg diskutieren. Einige Eindrücke anbei in der Bildergalerie. Zudem ergab sich die Möglichkeit erste Geschichten aus den Reußenkögen im Rahmen des Sammelbands “Umwelt – Technik – Wissen. Verflechtungen vom 18. Jahrhundert bis heute“, der aus dem NEST-Workshop der ESEH hervorgegangen ist, zu publizieren.

Auch für das kommende Jahr sind spannende Projekte im Kontext der “Deichbaukonflikte” geplant (über die dann hoffentlich auch hier wieder mehr berichtet wird)!

Bilder: LASH Abt. 326.1 Nr. 30; Daniel Jankowski.

Aufsatz: Grüne Wiesen, graue Wellen

Am 4.11. erschien in der Visual History, dem Online-Nachschlagewerk für die historische Bildforschung des ZZF Potsdam, der Beitrag “Grüne Wiesen, graue Wellen. Nationalistische Narrative über den Deich auf nordfriesischen Postkarten, 1930-1936“, der sich mit Postkarten auseinandersetzt, die im Rahmen der Vorarbeiten zum Projekt “Deichbaukonflikte” erfasst wurden. Der Text zeigt an den Karten exemplarisch, dass visuelle Quellen die Untersuchung der Deichbaugeschichte Norddeutschlands aus einer bisher wenig beachteten Perspektive ermöglichen.

Bild: Postkarte „Nordseebad Ording. Fischerhütten am Deich“ des Verlags Hans Mehlert Kunstanstalt, Neumünster ca. 1931.

Workshop: NEST

Zwischen dem 6. und 8. November 2024 werden Ergebnisse der Vorarbeiten zu dem Projekt “Deichbaukonflikte” im Rahmen des Workshops “NEST – Niche construction for historians of the Environment, Science and Technology” der European Society for Environmental History vorgestellt. Unter dem Titel “Transformatives Umwelt- und Technikwissen. Bauernhäuser und die Transformation der nordfriesischen Küstenlandschaft” werden Fragen der nachhaltigen Veränderung der Marschen im 1923-1926 entstandenen Sönke-Nissen-Koog durch den Bau innovativer Bauernhäuser diskutiert. Wie bestimmten die Umweltfaktoren an der Küste die Ausgestaltung der Häuser? Welche Akteure brachten was für Wissensbestände ein? Wie beeinflussten Forschungen aus dem Bereich der Landwirtschafts- und Bautechnik die Transformation der Küstenlandschaft?

Bild: Stav, Heinrich/Wölfle, Karl: Neues Bauen auf dem Lande. Beispiele und Anregungen, Altona: H.W. Köbner & Co 1930.

Workshop: Beyond instruments and specimens

Am 18. und 19. Oktober werden während des Workshops „Beyond instruments and specimens: Exploring new perspectives on the material culture of expeditionary science“ des DFG-geförderten Netzwerks „Moderne Expeditionen“ erste Ergebnisse der Vorarbeiten zum Projekt „Deichbaukonflikte“ präsentiert. Welche Bedeutung schrieben dänische Regierungsbeamte und Wasserbauingenieure Mitte des 19. Jahrhunderts dem Queller zu, der in den Wattgebieten Nordfrieslands auf dem Vorland vor den Deichen wächst? Wie untersuchten sie die Pflanze während ihrer Explorationsreisen in die Wattgebiete und wie instrumentalisierten sie die regionale Flora für ihre politischen Ziele? Im Rahmen des Workshops diskutieren die Mitglieder des Netzwerks diese und weitere Fragen zu Objekten aus dem Umfeld historischer Expeditionen, die nicht in die Kategorien Instrumente und Proben passen.

Bild: Queller (Salicornia europaea-Aggregat) im Watt, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons.